häufig gestellte Fragen

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Was bedeutet „palliativ“?

„Palliativ“ heisst „lindernd“. Es ist aus dem lateinischen Wort „pallium“ abgeleitet, das für einen mantelartigen Überwurf steht.

Was ist palliative Betreuung (Palliative Care)?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert palliative Betreuung als „Lindern eines weit fortgeschrittenen, unheilbaren Leidens mit begrenzter Lebenserwartung durch ein multiprofessionelles Team mit dem Ziel einer hohen Lebensqualität für den Patienten jeden Alters mit allen Erkrankungen“.

Was umfasst palliative Betreuung?

Palliative Betreuung erstreckt sich von medizinischen Behandlungen über körperliche Pflege bis zu psychologischer, sozialer und seelsorgerischer Unterstützung.

Worin liegt das Ziel palliativer Betreuung?

Ziel palliativer Betreuung ist, das körperliche und seelische Wohlbefinden todkranker Menschen zu verbessern. In erster Linie sollen besonders unangenehme Symptome gelindert werden. Nicht der Kampf gegen die Krankheit selbst steht im Zentrum, sondern die Linderung von Symptomen (zum Beispiel Schmerzen, Verdauungsprobleme, Atemnot, Angst). Die Kranken und ihre Nächsten stehen im Zentrum der Betreuung.

Worum geht es konkret bei der palliativen Betreuung?
  1. Die Würde des kranken Menschen steht im Mittelpunkt. Seine Prioritäten sollen respektiert und Entscheide gemeinsam mit dem Betreuungsteam getroffen werden.
  2. Belastende Symptome sollen gelindert werden.
  3. Soziale, psychologische und spirituelle Aspekte sollen in die Betreuung einbezogen werden.
  4. Den Patienten und ihren Angehörigen soll bei der Suche nach geeigneten Hilfsmöglichkeiten, deren Anwendung und deren regelmässigen Überprüfung geholfen werden.
  5. Die Angehörigen sollen während der Krankheit und nach dem Tod des Patienten unterstützt werden.
  6. Das Fachwissen und die Fähigkeiten verschiedener Berufsgruppen sollen koordiniert werden.
  7. Der Unterstützung und Fortbildung aller Betreuenden soll besondere Achtung geschenkt werden, um Erschöpfungssituationen vorzubeugen.
An wen richtet sich die palliative Betreuung?

Eine palliative Betreuung soll kranke Menschen und ihr Umfeld ansprechen. Das Alter der Patienten und die Art ihrer Erkrankung spielen dabei keine Rolle.

Wann setzt die palliative Betreuung ein?

Palliative Medizin und Betreuung richtet sich an alle, die an einer tödlichen Krankheit leiden. Sie beginnt spätestens dann, wenn eine Erkrankung so weit fortgeschritten ist, dass nach menschlichem Ermessen keine Heilung mehr möglich ist und das Sterben näher rückt. Viele Hilfen sind schon früher sinnvoll (zum Beispiel Schmerzbekämpfung).

Wo findet die palliative Betreuung statt?
  1. Zu Hause in der vertrauten Umgebung: Fachleute und Freiwillige betreuen den Patienten zusammen mit den Angehörigen.
  2. Im Spital: Entweder steht ein mobiles Beratungsteam zur Verfügung oder es besteht eine eigenen Palliativstation.
  3. In einem Hospiz: In einem eigens für die palliative Betreuung eingerichteten Haus können Betroffene für eine begrenzte Zeit behandelt werden oder bis zu ihrem Lebensende bleiben.
  4. In einem Kranken- oder Pflegeheim: Hier übernimmt ein mobiles Beratungsteam die Betreuung.
Wer bietet palliative Medizin und Betreuung an?

Hinter der palliativen Medizin und Betreuung stehen meist interdisziplinäre Teams, deren Angebote in den verschiedenen Regionen der Schweiz qualitativ sehr variieren. Am häufigsten verbreitet sind mobile Teams, welche die Spitex (spitalexterne Pflege) und den Hausarzt unterstützen. An gewissen Orten bestehen eigene Palliativstationen oder Hospize mit ausgebildetem Fachpersonal. Die Zusammensetzung der Teams kann breit gefächert sein. Sie bestehen aus Ärzten, Pflegenden, Haushalthilfen, Ernährungsberatern, Pharmazeutinnen, Ergotherapeuten, Physiotherapeutinnen, Kunsttherapeuten, Sozialarbeiterinnen, Psychologen, Seelsorgerinnen und freiwilligen Begleitern.

Verlängert oder verkürzt die palliative Betreuung das Leben?

Palliative Betreuung beschreitet den Weg zwischen Sterbehilfe und Lebensverlängerung, indem alles unternommen wird, um das Wohlbefinden der Patienten zu verbessern. Behandlungen oder die Abgabe von Medikamenten zielen nicht auf die Herbeiführung des Tods hin – zugleich werden aber auch keine Massnahmen getroffen, die das Leben um jeden Preis verlängern.

Wo findet man Teams, die palliative Betreuung anbieten?
  1. beim Hausarzt
  2. bei der Spitex des jeweiligen Wohnorts
  3. beim nächstgelegenen Spital oder Pflegehei
  4. bei den Patientenorganisationen
  5. bei der kantonalen Krebsliga
Was ist ein Hospiz?

Der Begriff „Hospiz“ bezeichnet urspünglich eine kirchliche Herberge für Bedürftige, Fremde oder Kranke. Seit Ende der Sechzigerjahre versteht man darunter zudem konfessionell, parteilich und wirtschaftlich unabhängige Organisationen, die Sterbebegleitung und/oder Palliative Care leisten. Ziele der Hospize sind:

  1. dem Sterben einen natürlichen Platz im Leben einzuräume
  2. das Sterben weder zu verdrängen noch künstlich zu verlängern oder gezielt zu beschleunigen,
  3. Schmerztherapien konsequent anzuwenden,
  4. dem Patienten dabei zu helfen, so zu sterben, wie er es sich wünscht.
Gibt es in der Schweiz ein Kinderhospiz?

Nein, bisher nicht.

Wer kommt heute in der Schweiz für die Kosten von Palliative Care bei Kindern auf?

Die Invalidenversicherung und die Krankenkassen, wobei die Leistungen der Kinderspitex im Gegensatz zu Spitalaufenthalten niemals kostendeckend vergütet werden. Zusatzkosten werden durch Spendengelder der Kinderspitex gedeckt und von den Familien selbst übernommen. Im Kanton Zürich werden zur Zeit im Rahmen des neuen Konzeptes von Palliative Care Tarifverhandlungen geführt.

Bestehen Unterschiede zwischen einem Erwachsenenhospiz und einem Kinderhospiz?

Ja, in Deutschland und England bestehen Unterschiede. Bei Erwachsenen wird als Aufnahmekriterium in ein Hospiz eine Lebenserwartung von höchstens sechs Monaten gesetzt. Bei Kindern gelten als Kriterien eine unheilbare Krankheit sowie ein hoher Pflegeaufwand.

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Zusammengestellt aus:

  1. „Palliative Betreuung aus Verantwortung für schwerkranke Menschen
    Eine Information für Patientinnen und Patienten, ihre Familien und Angehörigen, sowie für Fachleute und Freiwillige aus dem Gesundheitswesen“
    herausgebeben von der Schweizerischen Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung
  2. „Palliative Medizin, Pflege und Begleitung
    Für wen? Warum? Informationen für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Interessierte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens“
    herausgegeben von der Schweizerischen Gesellschaft für palliative Medizin, Pflege und Begleitung

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