stiftung

stiftung – wie alles anfing

Andrea, 1990–1993

Andrea, 1990–1993

Unser Pflegekind Andrea erkrankte als Kleinkind an Leukämie und starb nach einem schweren Rückfall knapp dreijährig bei uns zuhause. Die letzten Wochen ihrer kurzen Lebenszeit verbrachte das kleine Mädchen tagsüber bei uns und lebte dort zum ersten Mal nach einem mehr als einjährigen Dauer-Spitalaufenthalt so etwas wie einen normalen Familienalltag, obwohl ihre Kräfte sie zusehends verliessen und sie immer öfter auch tagsüber nur noch in ihrem Bettchen schlafen wollte. Für kleine Veloausflüge vorne auf dem Kindersitz zum Spielplatz war sie jedoch immer zu haben, weil sie dort ausgiebig auf dem Ritigampfi schaukeln durfte.

Als Pflegefamilie gab es in dieser Zeit des Abschieds mit Andrea leider viele schwierige Momente. Wir hätten damals dringend fachliche und vor allem zwischenmenschliche Unterstützung gebraucht: als Familie fühlten wir uns wie versprengte Einzelkämpfer auf verlorenem Posten. In Berlin und anderswo in Deutschland gab es 1992 noch keine psychosoziale Betreuungs-Angebote für betroffene Familien und deren Angehörige; heute, nach zwanzig Jahren, gilt die ambulante und stationäre Betreuung für palliative Kinder in Deutschland (Kinderhospizbewegung) als etabliert.

In der Schweiz dagegen fehlt diese ambulante und stationäre Betreuungs-Struktur für sterbende Kinder weitestgehend. Die von pro pallium gegründete Familienbetreuung ist hier ein erster Schritt in die richtige Richtung: Ziel ist es, das Freiwilligenprojekt der Stiftung in den nächsten Jahren in allen Regionen der deutschen Schweiz auszudehnen; zurzeit baut die Stiftung die Familienbetreuung in der Region Zürich und der Region Nordwestschweiz auf.

Unterschrift von MayChristiane von May
Stiftungspräsidentin
pro pallium

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