Definitionen zu Palliative Care

Hier finden Sie Informationen zu den Themen Palliative Care, Pädiatrische Palliative Care und Diagnosegruppen.

Palliative Care – nach WHO, 1998

Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Palliative Betreuung oder Palliative Care als die «aktive und ganzheitliche Behandlung von Patienten, die an einer fortschreitenden Erkrankung mit einer begrenzten Lebenserwartung leiden. Dies geschieht durch ein multiprofessionelles Team, welches das Ziel einer hohen Lebensqualität für den Patienten verfolgt».
» www.who.int/cancer/palliative/definition/en/

Pädiatrische Palliative Care – nach «Together for short lives»

Die Pädiatrische Palliative Care ist eine umfassende Betreuung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien, wenn die Krankheit so ernsthaft ist, dass gar mit dem vorzeitigen Tod gerechnet werden muss.

Sie umfasst alle Aspekte der medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und spirituellen Betreuung und Begleitung.
» www.togetherforshortlives.org.uk/changing-lives/speaking-up-for-children/categories-of-life-limiting-conditions/

Darin wird von vier Diagnosegruppen ausgegangen:

  1. Lebensbedrohliche Erkrankung mit kurativen Therapiemöglichkeiten (z. B. Krebs, Herzfehler)
  2. Lebenslimitierende Erkrankungen mit effizienten lebensverlängernden Behandlungen, gute Lebensqualität (z. B. CF, HIV)
  3. Progredient verlaufende Erkrankung ohne kurative Behandlungsmöglichkeiten (z. B. Stoffwechselerkrankungen)
  4. Irreversible, nicht progredient verlaufende Erkrankungen mit Risiko für Komplikationen und frühzeitigen Tod (z. B. schwere CP, Schädel-Hirn-Trauma, Wachkoma)

Pädiatrische Palliative Care kann bereits zu Beginn einer Diagnose und bei zunehmender Komplexität des Krankheitsverlaufes und Anforderungen an die Pflege und Betreuung des Kindes/Jugendlichen eingeleitet werden. Eine lebensverlängernde oder potenziell kurative Therapie schliesst den Einsatz von Pädiatrischer Palliative Care nicht aus.

Palliative Care findet an dem Ort statt, an dem sich das Kind am wohlsten fühlt und an dem ihm die notwendige Betreuung und Begleitung in geeigneter Form angeboten werden kann. Der Ort der Betreuung soll nach Möglichkeit vom Kind und seiner Familie gewählt werden. Dabei sollen flexible Übergänge gewährleistet sein. So kann die Versorgung zu Hause, im Spital oder in einer anderen Institution in einem multidisziplinären Team erfolgen.

Ziel ist eine Verbesserung der Lebensqualität des Kindes und der Familie, welche mit einer lebensbedrohlichen, lebenslimitierenden und/oder chronisch fortschreitenden Erkrankung konfrontiert sind.