Eine Ausstellung über das, was am Ende wichtig ist

Mit den Worten «meine Frau und ich waren diese Woche in der Ausstellung „Der Tod, radikal normal“. Wir wussten nicht, was uns dort erwartet – am Schluss waren wir fast zwei Stunden dort.» ging kürzlich ein Feedback bei uns in der Geschäftsstelle ein, welches uns den Besuch dieser Ausstellung wärmstens empfahl und uns sehr neugierig machte.

Braucht es eine multimediale Ausstellung, über den Tod? Ist sie vielleicht nur etwas für Menschen die mit einer unheilbaren Krankheit leben oder unmittelbar mit dem Tod konfrontiert sind oder finden auch Menschen für die das Thema Tod ein vermeintliches Tabu ist oder denen die Auseinandersetzung damit schwerfällt einen sensiblen Ansatz sich damit zu beschäftigen?

Die multimediale Ausstellung lädt auf jeden Fall dazu ein, sich über die eigene Beziehung zum Thema bewusst zu werden. Die Ausstellung bietet neben schönen Fotos und Bildern von Künstler:innen – auch Installationen – Videostationen, mit Beiträgen zu verschiedenen Themen rund um den Tod – schön und einfühlsam gestaltet. Das vermeintliche Tabuthema Tod kann so schon ins Leben geholt werden. Nur der kleinste Teil der Menschen stirbt wohl so, wie sie sich das wünschen, obwohl wir dem Tod noch nie so selbstbestimmt begegnen konnten wie heute. Die Ausstellung gibt uns die Chance unsere  Sichtweise zu hinterfragen und uns Fragen zu stellen, denen wir vielleicht im Alltag lieber ausweichen. Welches Abschiedsritual macht den Abschied von einem besonderen Menschen besonders? Soll mein letztes Zuhause ein Sarg oder vielleicht eine Urne in Form eines Hauses sein – darf ich diese im Diesseits als Vase benutzen? Was bedeutet Sterben im digitalen Zeitalter? Darf bei einem Gespräch über den Tod und das Sterben gelacht werden? Scheinbar ist unser Verhältnis zum Tod extrem zwiespältig – warum neigen wir dazu ihn zu verdrängen? Die Angebotspalette rund um das Sterben und den Tod ist heute schier endlos. In der Modebranche, der Politik und den Unterhaltungsmedien, selbst im alltäglichen Leben ist der Tod allgegenwärtig. Immer mehr sind wir heute selbstbestimmt dazu aufgerufen uns dazu zu äussern wie wir das Lebensende gestalten wollen. Die Ausstellung durchleuchtet was den Umgang von Menschen mit der Sterblichkeit prägt – neben wissenschaftlichen Beiträgen und Werken der Gegenwartskunst sind auch Exponate der Alltags- und Populärkultur zu sehen.

Die Ausstellung «Der Tod, radikal normal. Über das, was am Ende wichtig ist» findet bis zum 18.September in Pfäffikon SZ statt:

Vögele Kultur Zentrum, Gwattstrasse 14, 8808 Pfäffikon SZ  
Dienstag bis Sonntag 11:00 – 17:00 Uhr, Donnerstags bis 20:00 Uhr, (Montags geschlossen)

Bildquelle (https://www.voegelekultur.ch/ausstellung/der-tod), Vögele Kultur Zentrum

Eine Ausstellung über das, was am Ende wichtig ist
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